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Volle Kraft voraus

Ich erinnere mich noch genau an die ersten Wochen nach meiner Karriereberatung. Einerseits war ich voller neuer Energie, Motivation und Ideen, die mir mein Berater Felix mitgegeben hatte. Andererseits möchte ich aber auch ehrlich sein: Ich war völlig überfordert. Während der Beratung hatten wir so viele Erkenntnisse über meine Persönlichkeit, meine Stärken und meine beruflichen Wünsche herausgearbeitet, dass ich zunächst gar nicht wusste, wo ich anfangen sollte. Ich hatte Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen oder den nächsten Schritt zu überstürzen. Immer wieder nahm ich deshalb den Bericht zur Hand, den Felix für mich erstellt hatte. Ich las unsere Ergebnisse mehrmals durch und hielt mich an den Gedanken fest, den wir gemeinsam entwickelt hatten. Das gab mir Orientierung und erinnerte mich daran, warum ich diesen Weg überhaupt eingeschlagen hatte. Natürlich sagt man sich selbst immer, dass sich der eigene Weg schon finden wird und sich die richtigen Türen irgendwann öffnen. Gleichzeitig bin ich aber überzeugt davon, dass einem die Dinge nicht einfach zufliegen. Man muss selbst aktiv werden und bereit sein, den ersten Schritt zu gehen.

Zum Glück hatte ich in dieser Zeit auch viel Unterstützung durch meine Familie und meine Freunde. Sie haben mich immer wieder ermutigt und mir die Sicherheit gegeben, dass ich meinen Weg finden werde. Trotzdem entschied ich mich ganz bewusst dagegen, mich sofort in die Jobsuche zu stürzen. Stattdessen wollte ich zunächst an meiner persönlichen Entwicklung arbeiten. Genau das hatte mir Felix empfohlen: mutiger werden und häufiger die eigene Komfortzone verlassen. Also begann ich mit kleinen Schritten. Seit mittlerweile einem halben Jahr gehe ich jede Woche gemeinsam mit meiner besten Freundin zum Boxtraining. Anfangs kostete mich das einiges an Überwindung. Aber mit jeder Trainingseinheit wurde mir klar, dass es völlig egal ist, ob man mit Mitte zwanzig noch eine neue Sportart beginnt. Es geht darum, sich selbst zu beweisen, dass man Neues wagen kann.

Mit diesem neuen Mut kam auch neue Motivation. Während der Beratung erzählte ich Felix, dass ich unglaublich gerne Gedichte und kurze poetische Texte schreibe. Als er mich fragte, warum ich sie nicht veröffentliche, wusste ich eigentlich keine richtige Antwort. Ich sagte, ich sei dafür wahrscheinlich nicht kreativ genug. Heute weiß ich, dass es vielmehr die Angst vor der Meinung anderer war. Diese Frage ließ mich jedoch nicht mehr los. Zunächst las ich meine Texte meiner Familie und meinen Freunden vor. Irgendwann entstand daraus ein eigenes Herzensprojekt. Ich begann, kleine Momentaufnahmen, Begegnungen und besondere Augenblicke zu filmen, daraus kurze Videos zu schneiden und meine Texte darüber einzusprechen. Mittlerweile habe ich bereits zwei dieser Videos auf meinem privaten Instagram-Account veröffentlicht. Natürlich beschäftigt mich die Meinung anderer noch immer. Aber das Gefühl, etwas geschaffen zu haben, hinter dem ich zu hundert Prozent stehe, und den Mut gefunden zu haben, es mit anderen zu teilen, ist stärker als jede Unsicherheit.

Rückblickend war genau diese persönliche Entwicklung der wichtigste Schritt. Mit jedem kleinen Erfolg wurde ich selbstsicherer. Nicht, weil plötzlich alles leicht war, sondern weil ich gemerkt habe, dass ich Herausforderungen meistern kann und wachsen darf. Erst als ich dieses Gefühl von Sicherheit entwickelt hatte, widmete ich mich intensiv meiner beruflichen Veränderung. Ich überarbeitete meinen Lebenslauf, schrieb Bewerbungen, ließ meine Unterlagen von anderen gegenlesen und verbrachte viele Stunden auf verschiedenen Jobplattformen. Durch die Beratung wusste ich inzwischen sehr genau, was ich beruflich nicht mehr wollte. Ich wollte keinen Vertrieb mehr, in dem KPIs und Umsätze im Mittelpunkt stehen. Stattdessen wollte ich in einem Umfeld arbeiten, in dem Menschen wichtiger sind als Zahlen. Ich wollte unterstützen, organisieren und dazu beitragen, dass gute Zusammenarbeit gelingt. Auch wenn der Vertrieb nicht zu meiner Persönlichkeit passte, fand ich die Recruiting-Branche, in der ich zuvor gearbeitet hatte, nach wie vor unglaublich spannend und gesellschaftlich relevant. Natürlich erhielt ich auch Absagen oder gar keine Rückmeldungen. Das war frustrierend und hat mich manchmal zweifeln lassen. Gleichzeitig wusste ich durch meine eigene Berufserfahrung und mein Umfeld, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt derzeit für viele Menschen schwierig ist. Deshalb versuchte ich, Absagen nicht persönlich zu nehmen. Irgendwann dachte ich mir: Wenn es nicht passt, dann soll es vielleicht auch einfach nicht so sein.

Dann entdeckte ich schließlich die Stellenanzeige meines heutigen Arbeitgebers auf StepStone. Vor dem ersten Bewerbungsgespräch, dem zweiten Gespräch und besonders vor dem Probearbeiten war ich unglaublich nervös. Es gab jedoch einen entscheidenden Unterschied zu früher: Ich wusste inzwischen genau, wonach ich suche. Durch die Karriereberatung hatte ich Klarheit darüber gewonnen, welches Arbeitsumfeld ich brauche, welche Aufgaben zu meiner Persönlichkeit passen und welche Werte mir im Berufsalltag wichtig sind. Dadurch veränderte sich auch meine Sicht auf den gesamten Bewerbungsprozess. Es ging nicht mehr nur darum, den Arbeitgeber von mir zu überzeugen. Genauso wichtig war für mich die Frage, ob das Unternehmen auch mich überzeugen konnte. Passt die Unternehmenskultur zu mir? Kann ich mich dort langfristig wohlfühlen? Werden die Werte gelebt, die mir wichtig sind?

Genau dieses gegenseitige Kennenlernen hat am Ende den Unterschied gemacht. Seit Mitte März arbeite ich nun als Team- und Projektassistenz in einer Personalvermittlung. Statt KPI- und Umsatzdruck stehen heute Zusammenarbeit, Qualität und gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt. Ich unterstütze mein Team im Arbeitsalltag, sorge für strukturierte Prozesse und trage dazu bei, dass unsere Beraterinnen und Berater sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können. Das Schönste daran ist für mich, dass ich den Sinn meiner Arbeit erkenne. Ich spüre die Wertschätzung meines Teams, unserer Kundinnen und Kunden sowie der Bewerbenden. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass nicht nur meine fachlichen Fähigkeiten, sondern auch meine Persönlichkeit genau an den richtigen Platz passt.

Wenn ich heute auf die vergangenen sechs Monate zurückblicke, sehe ich nicht nur einen neuen Job. Ich sehe, wie viel sich auch persönlich verändert hat. Ich bin mutiger geworden, habe neue Seiten an mir entdeckt, kreative Projekte umgesetzt und gelernt, meinen eigenen Entscheidungen zu vertrauen. Ich weiß nicht, wohin mich mein Weg langfristig führen wird. Aber ich weiß, dass die Karriereberatung bei StepUp der Anstoß war, den ich gebraucht habe. Sie hat mir geholfen, Klarheit zu gewinnen, den Mut für Veränderungen zu entwickeln und meinen eigenen Weg bewusst zu gehen.

Heute kann ich sagen: Ich bin mit voller Kraft voraus in die richtige Richtung gestartet.

Emma

Stipendiatin seit Januar 2026

«Ich bin mit vielen Fragen zu Step Up! gekommen und mit deutlich mehr Vertrauen in mich selbst wieder gegangen»

Steckbrief


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